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Fahrradausrüstung – Wie muss ein Fahrrad ausgestattet sein, um als verkehrssicher zu gelten?

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Fahrradausrüstung – Wie muss ein Fahrrad ausgestattet sein, um als verkehrssicher zu gelten?

2019-03-28T09:58:13+02:00 Donnerstag, 21. Februar 2019|

Ein bisschen Licht und eine halbwegs funktionierende Bremse werden es schon tun – nach diesem Motto sind viele Fahrradfahrer unterwegs.


Um sich selbst ebenso wie andere Verkehrsteilnehmer zu schützen und darüber hinaus Bußgeldzahlungen zu vermeiden, ergibt es aber Sinn, sich genau zu informieren und sein Fahrrad komplett verkehrssicher auszustatten. Neben einer helltönenden Glocke – daneben sind übrigens keine anderen Tonsignale erlaubt – und rutschfesten, festverschraubten Pedalen, sind vor allem zwei voneinander unabhängige Bremsen wichtig, über die das Fahrrad verfügen muss. Zudem legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StZVO) besonderen Wert auf die korrekte Beleuchtung von Fahrrädern: Vorgeschrieben sind Reflektoren an den Speichen, den Pedalen sowie vorn und hinten am Fahrrad, darüber hinaus ein weißer Frontscheinwerfer und ein rotes Rücklicht. Zwei Scheinwerfer pro Richtung müssen angebracht werden, wenn das Fahrzeug breiter als einen Meter ist. Diese Regelung ist für die meisten Fahrradfahrer zwar nebensächlich, kann aber beispielsweise für Besitzer von Lastenrädern wichtig sein.

Keine Vorschrift mehr für die korrekte Einstellung der Beleuchtung

Info Gesetzesänderung

Eine 2017 erfolgte Überarbeitung des Paragrafen 67 der StVZO hat einige Veränderungen mit sich gebracht, die die Voraussetzungen für eine verkehrssichere Ausstattung von Fahrrädern praxiskonformer machen. So müssen Fahrradfahrer beispielsweise Anstecklichter, die per Batterie oder Akku betrieben werden, nur noch bei sich tragen, wenn die Lichtverhältnisse es erfordern, also bei Dämmerung, Dunkelheit oder generell schlechter Sicht. Zudem sind inzwischen auch batteriebetriebene Leuchten zulässig, die eine andere Nennspannung als sechs Volt haben. In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung heißt es zu diesem Punkt nur noch, die Nennspannung der Energiequelle müsse „verträglich mit der Spannung der verwendeten aktiven lichttechnischen Einrichtungen“ sein. Die Dynamo-Pflicht gilt schon sei dem Jahr 2013 nicht mehr.

Dass das Licht am Fahrrad andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden darf, versteht sich von selbst. Obwohl man sie immer wieder sieht, ist allerdings auch die Benutzung von blinkenden Scheinwerfern laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung illegal.

Entscheidend für die Verkehrssicherheit nach StVZO ist nicht nur die Art der Beleuchtung, sondern auch die richtige Montage. So müssen Vorderlichter auf einer Höhe von 40 bis 120 Zentimetern angebracht werden. Für Rückleuchten und -strahler gilt eine Anbauhöhe von 25 bis 120 Zentimeter. Für die korrekte Einstellung der Leuchten und Strahler gibt es allerdings keine Vorschrift mehr. Wer sicher gehen möchte, dass das Fahrrad mit seiner Beleuchtung gut sichtbar ist und niemanden blendet, kann sich zum Beispiel in einem Fahrradgeschäft oder einer Werkstatt bei der Einstellung der Lichter helfen lassen.

Checkliste

Fahrradbeleuchtung und Reflektoren

  • blinkende Scheinwerfer sind nicht erlaubt
  • weißer Frontscheinwerfer
  • ein rotes Rücklicht
  • Montagehöhe Vorderlicht zwischen 40 und 120cm
  • Montagehöhe Rücklicht wischen 25 und 120cm
  • gelben Rückstrahler an Pedalen
  • Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren
  • weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten am Fahrrad

Bei falscher Beleuchtung drohen Bußgeldzahlungen

Das Fahrrad korrekt auszustatten ist nicht nur wichtig, um die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Wer sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält und dabei erwischt wird, dem drohen Strafzahlungen. Das betrifft beispielsweise eine unzureichende Beleuchtung. Ein Fahrradfahrer, der bei einer polizeilichen Kontrolle angehalten wird und kein funktionierendes Licht vorweisen kann, muss nach dem aktuellen Bußgeldkatalog für das Jahr 2019 mit einer Strafzahlung von 20 Euro rechnen. Die Summe kann sich gegebenenfalls noch erhöhen: Wurde jemand gefährdet, sind 25 Euro fällig. Kam es gar zu einem Unfall oder einer Sachbeschädigung, muss der Fahrradfahrer 35 Euro für das fehlende Licht zahlen.

Zwar kann es vorkommen, dass einige der gesetzlichen Vorschriften zur verkehrssicheren Ausstattung von Fahrrädern bei einer Kontrolle mitunter nicht ganz so genau genommen werden. Wer aber auch im Falle eines Unfalls und einer darauf möglicherweise folgenden Auseinandersetzung mit der Versicherung auf der sicheren Seite stehen will, sollte seine Fahrradausrüstung regelmäßig genau überprüfen und den Vorgaben entsprechend anpassen.

(at).
Quellen: ADFC, Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung

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