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Verhalten nach einem Fahrradunfall: Verkehrssicherung, Gesundheit, Versicherung – Worauf ich achten muss

2018-10-24T10:46:19+00:00 Mittwoch, 24. Oktober 2018|

Fahrradfahren auf Deutschlands Straßen – Wie gefährlich ist das eigentlich?

Als Jana den von der Seite herannahenden Peugeot im letzten Moment bemerkt, ist es schon zu spät. Sie bremst noch ab, aber da passiert es bereits – Das Auto erwischt den Vorderreifen ihres Fahrrades, Jana stürzt zu Boden. Schmale Radwege, unebene Fahroberflächen und eine unklare Wegeführung: Die Fahrradfreundlichkeit vieler deutscher Städte ist nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zurückgegangen. Eine Mehrheit der für den Fahrradklima-Test des Clubs Befragten gab zuletzt an, sich als Radfahrer im Straßenverkehr unsicher zu fühlen.

Jana meldet ihren Unfall der Polizei und damit geht dieser in die Statistik ein.

Für sie ist der Unfall noch einmal glimpflich ausgegangen. Sie ist nicht schwer verletzt, sondern hat nur einige Prellungen erlitten. Damit geht es ihr wie einem Großteil der in Unfälle verwickelten Fahrradfahrer: 66.256 verletzten sich im Jahr 2016 laut Statistik nur leicht, 14.484 erlitten dagegen schwere Verletzungen. Für 393 Fahrradfahrer endete ein Unfall jedoch sogar tödlich. Das betrifft vor allem ältere Menschen: 59 Prozent der Getöteten waren mindestens 65 Jahre alt.

Verhalten nach Fahrrad Unfall

An der Unfallstelle: Was muss jetzt unbedingt passieren?

Die ersten Minuten nach einem Unfall sind besonders wichtig für den späteren Verlauf, in dem es möglicherweise darum geht, Schadensersatz oder Schmerzensgeld einzufordern. Um Folgeunfälle zu verhindern, muss zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Sind Verletzte vor Ort, dann ist man in Deutschland gesetzlich zur Hilfeleistung verpflichtet. Wer sich nicht dazu in der Lage sieht, Erste Hilfe zu leisten, muss zumindest Unterstützung rufen, im Ernstfall also den Rettungsdienst verständigen. Auch wenn es auf den ersten Blick keine große Notlage gibt, sollten noch vor Ort amtliche Stellen wie Polizei oder Feuerwehr informiert werden. Das empfiehlt sich auch bei kleineren Unfällen.

„Als Geschädigter ist man oft ‚kopflos‘, steht noch unter dem Schock und der Einwirkung des Unfalls und vergisst daher, Basisdaten des Unfallgegners zu erfragen wie etwa das Autokennzeichen und die Telefonnummer“, sagt Rechtsanwältin Franziska Klöpf von bikeright. Außerdem fertige die Polizei eine Unfallskizze an und die Beweissicherung vor Ort sei immer einfacher und vollständiger als eine nachträgliche Berichterstattung.

Randnotiz

In Deutschland verunglückten 2016 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 81.274 Fahrradfahrer. Die Zahl der in Unfälle verwickelten Fahrradfahrer stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. Die Auswertung für das Jahr 2017 steht noch aus. Zwar ist davon auszugehen, dass es im Bereich der Fahrradunfälle eine recht hohe Dunkelziffer gibt, weil viele Unfälle – insbesondere wenn sie in der Nacht geschehen und kein weiterer Verkehrsteilnehmer involviert ist – gar nicht erst gemeldet werden. Je schwerer ein Unfall ist, umso höher ist jedoch auch die Wahrscheinlichkeit, dass er von der Polizei erfasst wird.

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„Wer das Autokennzeichen kennt, kann auf diesem Wege die Kfz-Versicherung des Unfallgegners herausfinden, gegenüber der Ansprüche geltend gemacht werden können.“

Beweissicherung – oberstes Gebot nach einem Verkehrsunfall

Gerade auch, weil Schäden oder Verletzungen nicht immer sofort ersichtlich sind, ist die Beweissicherung nach einem Unfall wichtig. Dazu gehört zum Beispiel in jedem Fall, sich die Personalien des Unfallgegners zu notieren, falls das nicht sowieso schon durch die Polizei erfolgt ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren nahezu drei Viertel der in Fahrradunfälle verwickelten Unfallgegner Autos. Ein weiterer Radfahrer war nur in 8,7 Prozent der Fälle beteiligt, Fußgänger sogar nur in 6,4 Prozent. Ist der Unfallgegner wie in den meisten Fällen also ein Autofahrer, dann ist es auch wichtig, dessen Kennzeichen aufzuschreiben.

Jana handelt nach ihrem Unfall vorausschauend und macht Fotos mit ihrem Handy. Wer diese Möglichkeit hat, sollte das unbedingt tun, denn Fotos können später wichtige Beweismittel sein. Auf den Bildern sollte die Unfallstelle selbst zu sehen sein, aber bestenfalls auch etwaige Verkehrsschilder am Unfallort in dessen unmittelbarer Nähe. Das können zum Beispiel Verkehrszeichen sein, die Fahrradfahrern das Befahren eines Radweges in der entsprechenden Richtung erlauben. Es kann auch helfen, die Straßenverhältnisse am Unfall zu dokumentieren.

Checkliste

Was muss ich vor Ort beachten?

  • Unfallstelle absichern
  • Erste Hilfe/Unterstützung holen
  • Beweissicherung: Fotos/Personalien/ KfZ-Kennzeichen des Unfallgegners einholen
  • Nach Möglichkeit die Polizei dazu holen (Unfallskizze!)

Es besteht keine allgemeine Radwegebenutzungspflicht, insbesondere dann nicht, wenn die Qualität des Radweges unzumutbar ist. Dies sollte auf Fotos festgehalten werden, denn in solch einem Fall dürfen Fahrradfahrer die Straße benutzen.

Nach dem Unfall: Wo bekomme ich Hilfe und was kann ich selbst tun?

Seit Janas Unfall sind einige Tage vergangen. Sie hat sich entschlossen, rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen, um Schadensersatz für ihr bei dem Unfall kaputt gegangenes Fahrrad und Schmerzensgeld zu erwirken. An dieser Stelle kommt ihr Verkehrsanwalt von bikeright zum Einsatz. Fahrradfahrer können sich in einer Erstberatung zunächst kostenfrei und unverbindlich beraten lassen. Die Verkehrsanwälte von bikeright schätzen bei diesem ersten Gespräch zunächst einmal die Situation ein: Wie stehen die Chancen des Fahrradfahrers im Prozess? Welche Risiken gibt es? Welche Kosten entstehen?

Der Fahrradfahrer selbst trägt dabei kein Kostenrisiko: Hat der Fall ausreichend Chance auf Erfolg, übernimmt ein Prozesskostenfinanzierer das Kostenrisiko, der im Erfolgsfall 25 Prozent (zzgl. Mehrwertsteuer) der erreichten Schadensersatzansprüche behält. Geht der Fall verloren, trägt der Prozessfinanzierer sämtliche Kosten. Eine andere Möglichkeit ist die Übernahme des Kostenrisikos durch die Rechtsschutzversicherung. Fahrradfahrer, die eine solche Versicherung haben, können bikeright darüber informieren. Bikeright kümmert sich dann darum, dass die Versicherung die Kosten trägt und auch um den notwendigen Schriftverkehr. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt übrigens auch die Gebühren für den Verkehrsanwalt. Unabhängig davon, ob eine Versicherung vorhanden ist oder nicht, kümmert sich bikeright um die Geltendmachung von Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Für Jana bedeutet ihre Entscheidung, Kontakt zu Profis aufgenommen zu haben, dass sie sich ab diesem Moment zurücklehnen kann. Bikeright übernimmt nun sämtlichen Schriftverkehr mit Versicherungen, Behörden und dem Unfallgegner.

Wer trägt in der Regel die Verantwortung bei Fahrradunfällen?

Für Fahrradunfälle gibt es viele mögliche Ursachen. In vielen Städten und auch außerorts ist die Infrastruktur noch nicht ausreichend an die Bedürfnisse von Fahrradfahrern angepasst. 18,8 Prozent der Unfälle mit Personenschaden waren 2016 laut Statistik Alleinunfälle, es war also kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt. In vielen Fällen jedoch gibt es mindestens eine zweite Person, die an dem Unfall beteiligt war. Verursacher können neben Autos und anderen Fahrradfahrern auch Hunde beziehungsweise Hundehalter sein. Fußgänger sind eher selten an Fahrradunfällen beteiligt.

42,8 Prozent der an Unfällen beteiligten Fahrradfahrer galten zwar laut Statistik als Hauptverursacher des jeweiligen Unfalls. Wer aber tatsächlich die Verantwortung zu tragen hat, erschließt sich nicht immer sofort. Niemand ist verpflichtet, vor Ort Schuld einzugestehen.

Was tun als Verursacher?

Wenn ein Fahrradfahrer einen Unfall verursacht hat oder zumindest unter dem Verdacht steht, kann es nötig sein, die Haftpflichtversicherung zu informieren, um Gegenansprüche abzuwehren. „Das kann zum Beispiel nötig sein, wenn der Unfallgegner seinerseits Schäden geltend macht, wie etwa Lackschäden am Auto, die bei dem Unfall entstanden sein könnten“, sagt Anwältin Franziska Klöpf. Zu solchen Gegenansprüchen kann es auch kommen, wenn der Unfallgegner schwer verletzt worden ist oder gar bleibende Schäden davongetragen hat.

Was tun als Geschädigter?

Was können Fahrradfahrer tun, die bei einem Unfall die Geschädigten sind? Um nach einem Unfall Schadensersatz geltend zu machen, ist die Beweissicherung wichtig. So können etwaige Schäden am Fahrrad dokumentiert werden. Sind körperliche Verletzungen aufgetreten, können diese mit einem ärztlichen Befund festgehalten werden. In den meisten Fällen holt die gegnerische Versicherung solche Befunde ein. „Aus Gründen des Datenschutzes ist dafür eine Schweigepflichtentbindungserklärung erforderlich“, sagt Franziska Klöpf. Der Geschädigte könne die ärztlichen Befunde zwar auch selbst einholen, dies koste in der Regel jedoch 30 bis 50 Euro. „Ärztliche Befunde sind die Basis für Schmerzensgeld. Die darin dokumentierte Diagnose bildet die Grundlage für die Bezifferung“, sagt Klöpf.

Nach dem Unfall musste sich Jana erst einmal einige Tage erholen. Das war für sie persönlich wichtig, aber es kann auch Bedeutung für die Schadensregulierung haben.

Weil sie sich einige Tage Zeit gelassen hat, kann Jana nun gemeinsam mit ihrem Anwalt besonnen und mit etwas Abstand die Situation rechtlich bewerten. Wichtig für den Geschädigten: Auch wenn der Verursacher am Unfallort ein Schuldeingeständnis macht und sich entschuldigt, sollte man sich darauf nicht verlassen und trotzdem die Polizei rufen. Franziska Klöpf hat die Erfahrung gemacht: „Oft erinnert sich der Unfallverursacher nicht mehr an sein Schuldeingeständnis und bestreitet seine Schuld. Dann ist es für den Geschädigten ärgerlich, dass er sich die Personalien und weitere Informationen nicht hat geben lassen.“

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Das Schmerzensgeld werde anhand von einschlägigen Urteilen beziffert. Davon, selbst ohne Vorkenntnisse zu recherchieren, raten wir den Geschädigten ab. „Die Versicherungen richten sich nach einschlägigen Urteilen, die oft nur über eine juristische Datenbank zu finden sind, auf die nur Anwälte Zugriff haben.“ Auf eigene Faust zu googeln, wecke nur falsche Erwartungen. Die Bikeright-Anwälte sagen: „Die Recherche sollte der Geschädigte lieber dem Anwalt überlassen.“

Welche Versicherungen sollten Fahrradfahrer haben, um sich im Ernstfall abzusichern?

Eine Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn man sich gegen die Folgen möglicher Unfälle absichern will. Sie kommt allerdings nur für die eigenen Schäden auf, nicht für solche, die der Versicherte möglicherweise verursacht hat. In diesem Fall tritt die Haftpflichtversicherung ein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine weitere Form der Invaliditätsabsicherung.

Gerade wer nach einem Unfall unter Schock steht, neigt dazu, medizinische Hilfe erst einmal abzulehnen. Der Schock verdrängt kurzzeitig die Schmerzen, sodass man das Gefühl haben kann, so schlimm sei alles ja auch gar nicht gewesen. Fachgerechte medizinische Betreuung sollte jedoch unbedingt in Anspruch genommen werden. „Bei größeren Verletzungen ist es sinnvoll, einen Rettungswagen hinzuzuholen“, sagt Franziska Klöpf.

Checkliste

Wie geht es nach dem Unfall weiter?

  • Ärztliche Befunde: holt meist die Gegenseite ein. Eine Schweigepflicht-entbindungserklärung kann nötig sein
  • Man trägt möglicherweise selbst die Unfallschuld? → Haftpflichtversicherung informieren
  • Bikeright informieren, zurücklehnen. Die Verkehrsanwälte übernehmen alles weitere

„Niemals sollte man schon an der Unfallstelle die Schuld anerkennen oder gar dahingehende Erklärungen unterzeichnen“, sagt Franziska Klöpf. Zu diesem Zeitpunkt sollte alleine der tatsächliche Ablauf des Unfalls festgestellt werden, für die rechtliche Bewertung bleibt danach genug Zeit.

Verkehrswidriges Verhalten – trage ich eine Mitschuld am Unfall?

Am Ende geht Janas Fall gut für sie aus: Sie hat sich richtig verhalten, ihr Anwalt erwirkt Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Unfallgegner und so kann sie den Fall für sich zu den Akten legen. Nicht immer jedoch ist die Sachlage so eindeutig. Probleme können dann auftreten, wenn der Fahrradfahrer durch verkehrswidriges Verhalten möglicherweise Mitschuld am Unfall trägt. Bloß – was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff „verkehrswidrig“?

Szenario 1: Betrunken einen Fahrradunfall verursacht

Betrunken Fahrrad zu fahren, gehört definitiv dazu. Wer unter Alkoholeinfluss einen Fahrradunfall verursacht hat, dem kann es passieren, dass Leistungen der Unfall- beziehungsweise der Haftpflichtversicherung gekürzt werden. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik hatten die Fälle, in denen an Unfällen beteiligte Fahrradfahrer unter Alkoholeinfluss standen, zuletzt um 3,5 Prozent zugenommen. Die Promillegrenze für Fahrradfahrer liegt zwar mit 1,6 deutlich höher als die für Autofahrer. Jedoch ist genau das auch nicht ungefährlich:

Info

Die Promillegrenze für Fahrradfahrer liegt mit 1,6 deutlich höher als die für Autofahrer

bikeright-Sicherheitshinweis

Mit 1,6 Promille Alkohol im Blut sind die meisten Menschen schon stark eingeschränkt in ihrer Wahrnehmung. Fahrradfahrer sollten sich also bestenfalls selbst genug kennen, um zu wissen, ab wann sie nicht mehr auf ihr Fahrrad steigen sollten.

Szenario 2: Falsche Straßenbenutzung

Laut Statistik ist das bei Fahrradfahrern, die an Unfällen beteiligt waren, am häufigsten festgestellte Fehlverhalten „falsche Straßenbenutzung“. Es wurde 13,2 Prozent der Unfallbeteiligten vorgeworfen. Dazu kann zum Beispiel gehören, wenn ein Fahrradfahrer auf der falschen Straßenseite unterwegs ist. „Eine Ausnahme bilden hier die Fälle, in denen es ein Verkehrszeichen gibt, das den Fahrradfahrern beide Fahrtrichtungen erlaubt“, sagt Rechtsanwältin Klöpf. Sie verweist auch darauf, dass es seit dem Jahr 1997 keine generelle Radwegbenutzungspflicht mehr gebe. Fahrradfahrern ist es also auch gestattet, auf der Straße unterwegs zu sein. Wer aber unerlaubt als „Geisterfahrer“ unterwegs ist, dem kann gegebenenfalls eine Mitschuld angelastet werden, wenn es zu einem Unfall kommt.

Szenario 3: Helmbenutzung

Zwar kann es durchaus sinnvoll sein, als Fahrradfahrer einen Helm zu tragen, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Viele Fahrradfahrer erleiden bei Stürzen Kopfverletzungen. Wer aber keinen Helm tragen möchte, macht sich deswegen eines möglichen Unfalls nicht mitschuldig. „Es gibt keine Helmpflicht für Fahrradfahrer“, bestätigt Franziska Klöpf. „Nur weil ein Fahrradfahrer bei einem Unfall möglicherweise keinen Helm trug, macht ihn das nicht mitverantwortlich.“ Für andere Fälle gibt es da nicht so deutliche Regeln.

Szenario 4: Kopfhörer

Viele Fahrradfahrer tragen unterwegs Kopfhörer, um bei der Fahrt Musik zu hören oder zu telefonieren. Das ist nicht generell verboten. „Es kommt auf die Lautstärke an und auf die Art der Kopfhörer“, sagt Anwältin Klöpf. „Radfahrer müssen Signale deutlich erkennen können und angemessen reagieren. Musik darf nicht davon abhalten, sich im Straßenverkehr verkehrsgerecht zu verhalten.“ In Paragraf 23, Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“

Was kann ich tun, um verkehrsgerecht unterwegs zu sein?

Fahrradfahrer werden gerade in großen Städten oft abgedrängt, übersehen oder sind der Masse der Autofahrer auf vielen Straßen schlicht unterlegen. Unfälle, manchmal auch durch eigene Unaufmerksamkeit, lassen sich daher nicht immer vermeiden. Aber wer ein verkehrssicheres Fahrrad hat, kann sich zumindest ein Stück weit auf der sicheren Seite fühlen. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sieht bestimmte Dinge vor, die ein Fahrrad nach Vorschrift zu einem verkehrssicheren Fahrzeug machen. Dafür sind laut StVZO einige Ausrüstungsteile vorgeschrieben – zu diesen gehören:

Technischer Tipp

Starre Naben an Bahnfahrrädern beziehungsweise Fixies gelten nicht als Bremse! Am besten überprüfen, ob man mit dem eignen Setup verkehrssicher unterwegs ist

Checkliste

Vorgeschriebene Fahrrad-ausrüstungsteile

  • eine helltönende Klingel
  • zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale
  • gelben Rückstrahler an Pedalen
  • weißer Frontscheinwerfer
  • ein rotes Rücklicht
  • Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren
  • weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten am Fahrrad

Fahrradbeleuchtung ist besonders wichtig

Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen aber die Fahrradbeleuchtung. Insbesondere diejenigen Fahrradfahrer, die häufig in der Dämmerung unterwegs sind, sollten die Beleuchtung ihrer Fahrräder regelmäßig checken. Auch bei Regen oder generell schlechter Sicht hilft ein gutes Fahrradlicht, um von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen zu werden. Vorgeschrieben für eine verkehrssichere Beleuchtung sind ein weißer Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht. „Diese können auch batteriebetrieben sein“, sagt Rechtsanwältin Franziska Klöpf. Solche abnehmbaren Beleuchtungen müssen ihr zufolge tagsüber nicht mitgeführt werden, jedoch das Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts tragen.

Damit Fahrradfahrer auch von der Seite aus gut sichtbar sind, schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung wahlweise Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren vor. Von diesen sind jeweils zwei pro Rad nötig. Zudem sind ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten am Fahrrad obligatorisch.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere Ausrüstung, die nicht zwingend für die Verkehrssicherheit nötig ist, aber durchaus in Erwägung gezogen werden sollte.

„Sinnvoll, aber nicht vorgeschrieben, sind außerdem hochwertige Schlösser, eine Standlichtanlage, Kettenschutz, ein stabiler Gepäckträger und Schutzbleche für die Laufräder“, sagen die bikeright-Anwälte. Sie raten Fahrradfahrern, die nicht selbst Hand anlegen möchten, ihr Fahrrad regelmäßig in einer Fachwerkstatt überprüfen zu lassen. Bikeright empfiehlt: „Dies sollte mindestens ein Mal pro Jahr erfolgen.“